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Von San Pere Pescador nach L'Escala, L'Estartit und weiter die Küstenstrasse über Pals, Begur und Sant Feliu Richtung Tossa

L'Escala

Das Städtchen hat über 5000 Einwohner, deren Zahl sich im Sommer leicht verzehnfachen kann. An der Promenade des Hauptstrandes stehen die Hotels mit den dazugehörigen Geschäften und Kneipen. Der Trubel ist im Sommer entsprechend. Ganz anders ist der kleine Ortsteil norte am Hafen mit seinen kleinen Bars und gemütlichen Restaurants. L'Escala ist Heimathafen von rund fünfzig kleinen Fischdampfern, neben Roses ist der Ort der wichtigste Fischereihafen der Costa Brava.

Sant Pere Pescador

Wer nur Erholung und Beschaulichkeit sucht, ist hier goldrichtig: Das kleine Fischerdorf (ca. 1000 Ew.) liegt 3 km landeinwärts am Ufer des Riu Fluvià. Der Strand ist ein Traum: feinsandig, kilometerlang, über 100 m breit. Zu empfehlen sind das Castell, die Mauerreste einer alten Burg, die Església Parroquial, eine barocke Dorfkirche aus dem 17. Jh., und das Lagunengebiet Les Llaunes im Mündungsabschnitt des Riu Fluvià, das sich mit Spazierwegen und einer artenreichen Pflanzen- und Tierwelt zu beiden Seiten des Flusses erstreckt.

L'Estartit und Torroella de Montgri

L'Estartit gehört zu dem mittelalterlichen Städtchen Torroella de Montgrí 6 km landeinwärts. Im 16. Jh. entstand es als Fischerhafen für die umgebenden Dörfer,  im Winter ist es nahezu tot hier. Beliebt ist der Ort bei Wassersportlern, besonders Taucher kommen wegen der Medes-Inseln auf ihre Kosten.

Illes Medes
Die dem Strand von L'Estartit vorgelagerte Inselgruppe ist ein Natur-und Tauchparadies. Meda Gran, die größte der Inseln, war einst Schlupfwinkel von normannischen, algerischen und türkischen Piraten. Später bauten Mönche dort ein Wehrkloster (15. Jh.). Während der napoleonischen Kriege besetzten die Engländer die Insel, jedoch wurden sie von den französischen Kanonen vertrieben. Seit 1890 sind die Illes Medes unbewohnt; nur einen Leuchtturm gibt es hier. Derart ungestört, entwickelte sich hier eine ungewöhnlich reiche Pflanzen- und Tierwelt. Von L'Estartit fahren »Aquarium«-Boote in wenigen Minuten hinüber, in deren Rumpf Glasplatten eingelassen sind. So kann man auch die Pracht unter Wasser beobachten.

Església Santa Ana
Die Pfarrkirche von L'Estartit beherbergt eine Statue der hl. Anna in einer Seitenkapelle.

Església Sant Genis
Die mächtige gotische Kirche stammt aus dem 13. Jh.

Casa de Villa
Das alte Rathaus an der Plaça de la Vila im Stadtzentrum von Torroella wurde im 14. Jh. gebaut. Dazu gehört die antike Capella de Sant Antoni del Porquet.

Portal de Santa Caterina
Eines von vier alten Stadttoren Torroellas. Quadratisches Tor mit Zinnen, von den vier Schanztürmen steht nur noch die runde Torre de les Bruixes. Ein Schaubild zeigt die vollständige Befestigungsanlage. An der Straße Richtung Verges

Castell de Montgrí

Zwischen Torroella de Montgrí und L'Estartit steht der 300 m hohe Berg Montgrí. Ende des 13. Jhs. ließ König Jaume II. von Aragón und Katalonien, der sich Torroella zeitweise als Residenzstadt auserkoren hatte, dort oben eine Burg errichten - sie diente dem Schutz gegen die räuberischen Grafen von Empúries. Nachdem man ungefähr eine Stunde lang aufwärts gelaufen ist, stößt man auf die imposante Anlage mit ihren Mauern und Rundtürmen. Allerdings stehen nur die Außenmauern, alles andere blieb unvollendet. Die Aussicht auf die Küste und das Hinterland ist ebenfalls beeindruckend.

Palacio Marqués de Robert (Palacio Solterra)
Renaissance-Stadtpalais eines alten Adelsgeschlechts von Torroella mit eindrucksvoller Fassade, sehr schönem Innenhof, Ziehbrunnen und Freitreppe. Hier untergebracht ist das Museu Art 2000 (16. Sept.-14. Juni Sa 11-14 und 16.30-20.30, So und feiertags 10.30-14.30 Uhr, in der Karwoche 11-14 und 16.30 bis 20.30 Uhr, Eintritt 4,20 Euro) mit einer Sammlung moderner katalanischer Kunst. Carrer d'Església/ Carrer d'Ullà.

Ullastret

Die uralte Iberersiedlung ca. 12 km südlich von Torroella ist, wenn man so will, die Stadt der spanischen Ureinwohner. Die keltischen Iberer kamen im 8.-7. Jh. v. Chr. auf die Iberische Halbinsel. Um 600 v. Chr. begannen sie auf einem Inselberg, inmitten eines mittlerweile ausgetrockneten Sees, eine Siedlung zu bauen. Das umgebende Wasser schützte den Ort, nur an der Ostseite befand sich eine Schwachstelle. Hier bauten die Iberer im 5. Jh. v. Chr. eine gewaltige Wallanlage mit Türmen, die zum Teil noch heute erhalten sind, aber auch Zisternen und Getreidespeicher. Die technischen Voraussetzungen hatten sie wahrscheinlich den Griechen abgeschaut, die mittlerweile ins Land gekommen waren und mit dem 20 km entfernten Empurion eine Hafenstadt gegründet hatten. Mit ihnen trieben die Iberer auch regen Handel, was Funde griechischer Münzen und Keramiken in Ullastret beweisen. Um 200 v. Chr. verbündeten sich die stolzen Iberer mit Roms Feind Karthago. Daraufhin wurde Ullastret von der aufstrebenden römischen, scheinbar unbesiegbaren Mittelmeermacht überrollt. Die Iberer gaben ihre Stadt auf, zogen ins luxuriösere Empurion und lebten einträchtig mit Griechen und Römern. Ein Museum dokumentiert die einzigartige Geschichte Ullastrets. Gezeigt wird u. a. auch eine Folie mit iberischen Schriftzeichen. Was darauf geschrieben steht, weiß man freilich nicht: Das iberische Alphabet mit seinen 28 Schriftzeichen wurde bislang noch nicht entschlüsselt. Juni-Sept. Di-Sa 10-18 Uhr, Okt.-Mai tgl. 10-14 und 15 bis 18 Uhr, Eintritt frei

Küstenstraße nach Tossa de Mar

Die Tour auf dieser kurvenreichen Straße sollten Sie sich nicht entgehen lassen, denn sie präsentiert die wahre Costa Brava und bietet einzigartige Ausblicke.

Der schönste Abschnitt der Küstenstrasse beginnt bei Sant Feliu in Richtung Tossa de Mar. Nach Sant Feliu kommen Sie entweder auf einer sehr schönen Gebirgsstrasse über La Bisbal, dem Keramikzentrum der Gegend oder entlang der Küste über Pals, Begur und Palamos.

Sant Marti d'Empúries

Dieses kleine Dörfchen 3 km von L'Escala ist unmittelbarer Nachfolger der alten griechischen Siedlung Palaiopolis. Sie lag ursprünglich auf einer kleinen Insel, die versandete und nun Teil des Festlands ist. Auch Sant Marti d'Empúries beruft sich auf eine große historische Vergangenheit. 812 soll Karl der Große hier die Hauptstadt der karolingischen Grafschaft Empurda gegründet haben.

Die alte Kirche Sant Marti wurde bereits 843 erstmals erwähnt, 926 von den Normannen zerstört, 1248 wieder neu aufgebaut. Nach einer zweiten Zerstörung im Jahr 1468 entstand von 1507 bis 1538 der heutige Bau im gotischen Stil.

Empúries

Nur 2 km nördlich von L'Escala befindet sich die vermutlich größte griechisch-römische Siedlung Spaniens. Um 580 v. Chr. gründeten griechische Siedler aus dem kleinasiatischen Phokaia auf einer Insel vor der Küste die Hafenniederlassung Emporion. Rund 100 Jahre später kamen neue griechische Eroberer. Sie legten gegenüber der Palaiopolis (Altstadt) auf dem Festland die Neapolis (Neustadt) mit einem neuen Hafen an. Sie wurde zur wichtigsten und größten griechischen Kolonie im westlichen Mittelmeer.

Vermutlich im 4. Jh. v. Chr. gründeten die heimischen Iberer die Siedlung Indica. 218 v. Chr. landete hier unter Führung des Feldherrn Scipio ein römisches Expeditionsheer. Die Römer bauten - allerdings nicht als Eroberer, sondern als Gleiche unter Gleichen - Emporiae, wie die Stadt nun hieß, zur größten römischen Stadt auf dem Festland aus. Emporiae blühte, als um 400 n. Chr. die Westgoten kamen, die Stadt eroberten und sie zu ihrem Bischofssitz machten. Sie errichteten die vermutlich erste Kirche auf spanischem Boden. Schließlich fielen im 9. Jh. die Normannen ein und zerstörten dieses Kulturgut, das im Lauf des folgenden Jahrtausends in sich versank und von den Bewohnern der umliegenden Städte und Dörfer als Steinbruch benutzt wurde.

Für den Besuch der Anlage sollte man sich einen Nachmittag lang Zeit lassen. Das Archäologische Museum auf dem Ruinengelände zeigt Waffen, Schmuck, Haushaltsgeräte, Mosaiken und Statuen. Di-So 10-14 und 15-19 Uhr, Eintritt 6 Euro

   
   
 

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